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Elitepartner: Die Zweite.

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt (an dieser Stelle: ich liebe euch!!), weiß, dass ich gerne mal so spaßige Sachen wie Onlinedating ausprobiere, insgeheim hoffe meinen zukünftigen Ehemann dort gegenüber zu stehen, um mich dann aber nach einer voluminösen Pleite, euch zur Liebe darüber lustig mache.

Gerade suchte ich nach dem „Profil löschen“ Button bei Elitepartner.de, als eine Nachricht aufblinkte.

 Josè, Südamerikaner, Arzt, 34, tanzt in seiner Freizeit am liebsten Bachata und Merengue- will mich kennen lernen. Wuaaah: Gruselig: Alle Einschlusskriterien meinerseits erfüllt. Und gut sah er auch noch aus!!

Also warum dem Laden nicht noch ne Chance geben? Immerhin hab ich für 6 Monate Mitgliedschaft im Voraus bezahlt!!
Wir schrieben nicht lange hin und her sondern machten Nägel mit Köpfen: Samstag 21 Uhr in Köln machten wir aus – nein wartet: Bestimmte er. 

Okay als Arbeitslose ist man ja flexibel und mobil, also warum nicht mal 2 Stunden Autobahnfahrt in Kauf nehmen? Ich war eh am Freitag auf ner Familienfeier in der Nähe, also warum nicht.
Auf der Feier saßen wir abends gemütlich beim Essen, als Papa Udo über den Tisch bölkte:

 „Anna nimmste mich morgen mit nach Hause? Mama will noch bleiben.“ 
„ Nee ich kann ich nicht, ich will noch nach Köln.“
 „ Was willst du denn in Köln?“ 

Stille am gesamten Table und alle Blicke auf mich gerichtet. Damn. 
Schnell ne plausible Ausrede einfallen lassen: Los! 

„Ich hab ein Onlinedate um 21 Uhr. Er ist aber auch Arzt!“  Klasse Ausrede Anna.

„Was fürn Quatsch!“ „ Das wird eh nix!“ „ Der wird dich überfallen und ausweiden!“ (Kurzes Schmunzeln meinerseits, waren das doch genau meine Bedenken beim letzten elitären Reinfall.)

Na toll. Auf einmal hatte sich das etwas làme Tischgespräch auf mich fokussiert und jeder meinte seinen Senf dazu geben zu müssen. 
„Um 21 Uhr? Das ist aber unseriös! Der ist bestimmt gar kein Arzt, sondern nur OP Pfleger!“ (Und wenn schon?) 

Irgendwann sagte Papa dann großspurig: „Ich lass dich da nicht alleine hin fahren. Ich komme mit, wir mieten uns ein Hotelzimmer und wenn du willst, setze ich mich mit ner löchrigen Zeitung an den Nebentisch.“ Och nö.

 Aber Hotelzimmer wär schon geil, also alles bis auf Zeitungsstalkerei dankend angenommen. 

Während dessen schrieb Josè mir: „Bleibt es bei unserem Treffen morgen?“ Hach da scheint es ja jemand ernst zu meinen – Juhuu – wen kann ich denn in sagen wir 4 Wochen alles zu meiner Brautjungfer machen?


Am nächsten Tag in Kölle, kaufte ich mir ein stylisches Date Outfit und Udo wollte mir unbedingt noch nen Friseurbesuch und Maniküre spendieren (Hat da wohl jemand Torschlusspanik?), die ich aber ablehnte um lieber ausgiebig Mittagsschlaf zu machen.

 Ab 5 fingen wir an uns mit Kölsch zu zuschütten, gingen fett zum Italiener essen, fuhren mit nem Fahrradtaxi in eine urige Kneipe und redeten auf Möchtegern-Kölsch mit den Stammgästen an der Theke.

 „Hat der Jaust jetzt schon gesagt wo ihr euch trefft?“
 „Nee, hat nur gefragt ob auch 22 Uhr geht. 2 Kölsch bitte noch“, antwortete ich, während ich mit meinem Sitznachbarn zu „Wir sind alle über 40“ mitschunkelte.
 „Der muss bestimmt noch mit seiner richtigen Familie zu Abend Essen.“
 „Mann Papa!“ 

Und dann kam nix mehr. Keine Absage, Keine Entschuldigung. Bis heute.

 Seid ihr jetzt enttäuscht? Udos logische Schlussfolgerung: „Der ist nie im Leben Arzt. Ein Arzt hätte abgesagt. Wie ich gesagt habe, der ist OP Pfleger.“ Ja nee ist klar. Trotzdem war ich lange nicht mehr so froh darüber, meinen Papa dabei gehabt zu haben. 

Mein Leben ist halt keine Happy End Schmonzette, sondern einfach nur eine Verkettung von für-andere-lustige-Ereignissen.  Zu Gute Letzt hab ich von dem Italiener Fraß auch noch ne Lebensmittelvergiftung davon getragen und hing dann den kompletten nächsten Tag nur über der Trissebude. Deshalb finde ich, passt das Bild oben sehr gut zu der Story.

 Elitepartner und Onlinedating stinkt. Ich mach da jetzt nicht mehr mit. Eigentlich findet man die große Liebe doch eh immer nur dann, wenn man nicht danach sucht. Und daran halte ich mich jetzt. 



Elitepartner.

Neulich saß ich seit 3 Tagen ungeduscht, rauchend,  im Pölter und verschmierter Hornbrille am Theme Hospital zocken in Lolas WG Küche.
„Was machst du da?“ 
„Ich melde mich bei Elitepartner.de an!“
 „Hahaha so wie du da hockst?? Wie kommst du denn auf den Quatsch?“
 „Die haben mich mit der Fernsehwerbung überzeugt und wenn ich nicht der absolute Eliddepartna bin weiß ich auch nicht.“ 

Erstmal muss man seitenlange Psychotests ausfüllen und so Fragen beantworten ob man sich später eher in einer Landhausresidenz sieht, oder in einem stylischen Großstadt-Loft. Dann werden einem haufenweise Elitepartner mit verschwommenen Profilbildern und die jeweilige Übereinstimmungspunktzahl beim Fragequatsch angezeigt. Wenn man dann die Nachrichten und Bilder sehen will, darf man erst mal eine stattliche Gebühr überweisen. Aber ich dachte mir so: Hey, wenn ich mir dafür nen elitären zukünftigen Ehemann ergattern kann, ist doch eigentlich kein Geld der Welt zu schade.
Schnell kam die Ernüchterung. Ich steh einfach nicht so auf Anschreiben:

„Hallo Unbekannte. Ihr Profil hat mich überzeugt, gerne würde ich mehr über Sie erfahren.“ Schnarch.
Also bemühte ich mich möglichst natürlich und wahrheitsgetreu zu antworten:

 „Bin arbeitslose Ärztin und in meiner Freizeit zocke ich gerade Theme Hospital und pimmel so rumm.“

Dann war die Konversation meißtens zu Ende. Oder wenn das Ganze dann doch mal in die Gänge kam, wurden irgendwann die Profilbilder freigeschaltet und man merkt, man schreibt seit Tagen mit nem Gesichtsklaus. Und dann komm mal wieder höflich raus aus der Nummer.
Gerne, also zu 90%,  wird man auch von halbglätzigen 60-Plus Männern angeschrieben, deren Nachrichten les ich mir dann gar nicht erst durch.
Gleich am Anfang schrieb mir ein 34jähriger, von Beruf Wissenschaftler, seitenlange Romane über seinen derzeitigen wissenschaftlichen Forschungsstand.
Optisch nicht ganz mein Fall, aber vielleicht muss man die Erwartungen auch mal einen Gang runterschalten.
Also ironisch nachgefragt, ob er diesen autobiographischen Aufsatz irgendwo als Worddatei abgespeichert hat, und den einfach jeder potenziellen Frau reinkopiert?
Erwischt.
 Das war mir dann doch sympathisch und so tauschten wir Handynummern.
Dann war er unglaublich heiß auf Telefonieren. Panik! Schnell überlegte ich mir irgendwelche fadenscheinigen Ausreden, wie Funkloch oder Besuch – was ein Telefonat einfach unmöglich machte. Also schrieben wir erst mal nur jeden Tag und eigentlich war es ganz nett.
Bei Ruhrpott-Boris Party kam ich dann nachts um 2 auf die glorreiche Idee ihn betrunken anzurufen. Da klang er auch ganz nett. Also warum nicht mal treffen.
 Ab da wurde es komisch, denn er stellte sofort klar: Wenn eine Frau sich erstmal auf öffentlichen Boden treffen will, dann meint sie es auch nicht ernst und er bricht sofort den Kontakt ab. Lieber sofort bei jemanden zuhause treffen und was kochen. Klingt bisschen nach Erpressung oder? Wenn dich jemand abmurksen will, kann er das auch beim dritten Date in der Wohnung machen. Klingt irgendwie logisch, also nix bei gedacht, aber das erste Misstrauen war gesät.

 Heute wäre das besagte Date gewesen. Konnte die ganze Nacht nicht pennen und dachte mir: Ich kann doch nicht 2h zu nem Fremden nach Hause fahren.. Was mach ich wenn ich schon bei der Begrüßung merke, der hat einen an der Waffel? Oder wenn der mir K.O. Tropfen einflößt und mich ausweidet, um meine Organe zu essen?

Also dachte ich mir, das Beste ist, du sprichst deine Angst offen an. Die Antwort: Du wohnst nicht 2 Stunden weit weg, sondern nur eine, das weiß ich weil meine Ex bei dir in der Nähe wohnt. (No go: Erwähne nie deine Ex vorm oder während des ersten Dates.) Dann wurde er etwas pampig:
 "Wieso hast du denn Schiss? Ich dachte du freust dich auf mich!!!" Als ich immer noch Bedenken äußerte rief er an.
„Wie war dein Flug gestern?“ „Stressig.“ „Ja ich hasse auch lange Flüge. Auf meinem letzten Flug hab ich dann mit der Stewardess geflirtet und die gefragt, ob ich bei der im Personalbett schlafen darf.“ Wieder zuviel Information für meinen Geschmack. Trotzdem sagte ich halbherzig zu, hatte aber schon dieses beklemmende Gefühl in der Magengegend.
Nee. Ich mach das nicht. Witzige Blog-Story hin oder her, irgendwann ist auch mal Schluss.

 Aber wie komm ich denn jetzt wieder raus aus der Nummer? Höfliche Absage ala
 „Bitte sei mir nicht böse, aber..“ (Danke Stefan für ein ausuferndes Repertoire an höflichen Absagen, dadurch kann ich das jetzt auch richtig gut. Also ist letztendlich doch jede Begegnung im Leben irgendwann nützlich)  formuliert, abgeschickt und schnell aus Angst vor Reaktion seine Nummer bei Whats App blockiert. Nicht die feine englische Art, aber der Kloß im Bauch löste sich sofort in allgemeines Wohlbefinden aus. Hallo? Ich seh den Jaust doch eh nie wieder?
Sofort trafen 2 SMS hintereinander ein und zahlreiche Anrufe. Oh man. Der gibt einfach nicht auf. Traute mich erst nicht die Nachrichten zu lesen, aber nach 2 Stunden erfolgreicher Ignoranz, überkam mich doch die Neugier. Also Augen zu und öffnen: Lachkrampf!!

Kitty`s Reaktion: Du Alter Sankie Panky Anna!!

Oh Man, jetzt hab ich schon ein schlechtes Gewissen, aber eins hat mich mein verkorkstes Liebesleben bis jetzt gelehrt: Man sollte immer auf sein Wampen-Gefühl hören.
Also: Dieses Online Dating ist einfach nicht mein Ding. Ich gebe es jetzt auf. Oder kennt ihr wen, der damit schon Erfolg hatte, der mehr Eier in der Buchse hat, als ich?